BEEN THERE, SEEN THAT: Show me yours - I show you mine, Gesamtausstellung der Studierenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart @ Wilhelmspalais Stuttgart

Die Studenten der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste beziehen mit ihrer selbst iniziierten Gesamtausstellung vom 10. bis 19. November 2011 die Räume der ehemaligen Stadtbücherei im Wilhelmspalais. Vertreter verschiedenster Klassen zeigen auf zwei Etagen ihre Arbeiten verschiedenster Gattungen und Stile und treten dabei in einen Dialog untereinander, mit dem Besucher wie auch mit außerakademischen Kunsteinrichtungen. 

Nach 3 Jahren präsentiert die Gesamtausstellung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wieder eine Auswahl von Studenten. Nach 3 Jahren zeigt sie sich genauer gesagt traditionell wieder als Gegenveranstaltung zur von Lehrenden geleiteten Akademiepräsentation. Denn die erste Ausstellung dieser Art im Jahr 1987 wurde so konzipiert, dass alleinig die Studentenschaft verantwortlich zeichnet. Alleine ihren Vorstellungen und Möglichkeiten entsprechend werden alle Studiengänge durch klassenunabhängige Arbeiten vertreten, diese gerne auch eigensinnig kuratiert, von den Studenten selbst beworben, betrieben und durch ein Rahmenprogramm erweitert.

Vom 10. bis 19. November 2011 belegt die Gesamtausstellung „Show me yours – I show you mine“ den inzwischen verwaisten Bau der ehemaligen Stadtbücherei im Wilhelmspalais am Charlottenplatz. Keine Frage, man will heraus aus der Kunstakademie, man will in einen Dialog treten mit Stadt und Institutionen. Schon die im Foyer des Wilhelmspalais ausgestellte Serie von Videoinstallationen verschiedener Kunst- und Kultureinrichtungen Stuttgarts verdeutlicht dies. Der direkte Dialog findet zudem auf der Finissage in Form einer Podiumsdiskussion zwischen Arbeitstitel:, dem EXP. Interventionsraum, der Galerie Oberwelt, dem Künstlerhaus Stuttgart, dem Self Service Open Art Space, dem Württembergischer Kunstverein Stuttgart und der Akademie-Rektorin Petra von Olschowski statt.

Aber auch beim Gang durch die ausgestellten Arbeiten der Akademiestudenten wird ein Gefühl von Dialog, von Unmittelbarkeit, von einem Nebeneinander, vielleicht auch von einem Getümmel vermittelt. Der Gang durch die ausgestellten Arbeiten… Wie auf einer Wiese weichen, ausgerollten Filzstoffes schlendert man zwischen sprießenden Arbeiten umher. Nichts ist aufgehängt, alles liegt oder steht; keine Grafik, keine Malerei verpflichtet zur bewusst abgelehnten Aufhängung, kein Rahmen findet einen passenden Nagel an der Wand. Dies führt zu einer gefühlt hohen Kunstdichte, und nicht immer sieht man vor lauter Bäumen noch den Wald. Denn man stellt sich die Frage, ob auf dieser Wiese alles blüht, oder nicht auch manches Unkraut wütet. Weg von den Metaphern, hin zum konkret Benannten: Man entdeckt hier eine Malerei, die eine reinfarbige, geometrische Täuschung à la Op-Art zeigt, da kleine pelzüberzogene Gegenstände ähnlich eines Teeservices Meret Oppenheims. Und wenn man sich auch bei dem einen oder anderen MP3-Player nach dem Aufsetzen des Kopfhörers fragt, ob es nun eine Fehlfunktion oder eben genau dies die künstlerische Absicht ist, dass das Gerät nichts abspielt, so muss man sich nun mal einfach auf eine Sache einlassen: Man muss die große Bandbreite der ausgestellten Arbeiten vorrangig ästhetisch erfassen und kann schwerlich Konzepte ausmachen. Doch dafür muss sich der Student, der sich als „Bad Artist“ betitelt in büßender Manier in die Ecke begeben hat, nicht schämen… Diese Wiese ist eine Spielwiese mit Vielem zu entdecken.

(Abbildung: www.gesamtausstellung.abk-stuttgart.de)
(image: www.gesamtausstellung.abk-stuttgart.de)

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